Hans-Josef Aengenendt
CDU Gemeinderverband Wachtendonk Wankum

   RP-Foto: Norbert Prümen

Geld, damit im Freibad bald wieder geschwommen werden kann: Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher übergab Bürgermeister Hans-Josef Aengenendt den Förderbescheid. Es schauten zu (v.l.) Landtagsabgeordnete Margret Voßeler-Deppe, Horst Thrams (Architekt), Florian Goldfuß (Bezirksregierung) und Marco Volpe (Geschäftsführer Naturfreibad-Verein).

Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher war am Mittwoch zu Gast in der Niersgemeinde. Sie übergab Bescheide zur Modernisierung des Naturbades an der Wankumer Straße und zur Aufwertung des historischen Ortskerns.

VON MICHAEL KLATT

WACHTENDONK | Das Wetter lud zum Schwimmen ein. Doch Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher war am Mittwoch nicht ins Wachtendonker Naturfreibad gekommen, um einige Bahnen zu ziehen. Vielmehr sah sie sich an, wohin ein Teil des Geldes fließt, das die Niersgemeinde vom Land bekommt.

 

Und die Besucherin aus Düsseldorf hatte eine weitere gute Nachricht im Gepäck: Nicht nur die Erneuerung des Naturbades an der Wankumer Straße, sondern auch die Belebung des historischen Ortskerns der Gemeinde wird durch Fördermittel unterstützt. „Wir setzen mit der Förderung aus zwei unterschiedlichen Töpfen an einem Ort konzentriert zwei Impulse für eine weitere Entwicklung“, erklärt Radermacher die Gesamtsumme von fast 933.000 Euro.

 

Die Mittel für das Naturbad Wachtendonk stammen aus dem „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“, den das Bundesbauministerium gemeinsam mit den Ländern gestartet hat. Im Fokus stehen bauliche Maßnahmen zum Erhalt und zum Ausbau von sozialen Infrastruktureinrichtungen im Wohnumfeld. Das Naturbad ist vor allem für Familien aus Wachtendonk interessant, es wird aber von allen Altersgruppen genutzt. Die Anlage entspricht aber nicht mehr den Anforderungen. Die Gesamtkosten der geplanten Sanierung belaufen sich auf 826.038 Euro, davon beträgt die Förderung 90 Prozent, das sind 743.434 Euro. Die Modernisierung umfasst unter anderem die energetische Sanierung und Verbesserung der Barrierefreiheit des Umkleidegebäudes inklusive Sanitäranlagen, die Entschlammung des Schwimmbeckens und die Erneuerung des Beckenrandes sowie die barrierefreie Neugestaltung der Außenanlagen.

 

Bürgermeister Hans-Josef Aengenendt ist überzeugt, dass mit der umfangreichen Sanierung des Freibades ein wichtiger Schritt zur weiteren Integration und Barrierefreiheit in der Gemeinde gemacht wird. „Mit der hohen finanziellen Unterstützung durch das Förderprogramm ist eine weitere Attraktivitätssteigerung in Bezug auf die Verbesserung des Angebotes für Sport, Freizeit und Familie in Ortsnähe verbunden.“

 

Die Mittel für den historischen Ortskern Wachtendonk stammen aus dem Städtebauförderprogramm „Lebendige Zentren“, das ist eine weitere Bund-Länder-Initiative. Mit Hilfe des Programms sollen Stadt- und Ortsteilzentren attraktiver und zu identitätsstiftenden Standorten für Wohnen, Arbeiten, Wirtschaft und Kultur weiterentwickelt werden. In den Ortskern, in dem mehr als die Hälfte der Häuser unter Denkmalschutz stehen und der umgeben ist von einem alten Stadtgraben mit Burgruine, fließen, laut Gemeindeverwaltung, erstmalig Städtebaufördermittel. Sie markieren den Start zur Umsetzung eines Maßnahmenpakets zur Stärkung des historischen Zentrums.

 

Nicht überall sind die Anforderungen an eine gute Barrierefreiheit erfüllt, was nicht zuletzt an den schmalen Straßen liegt. In einem ersten Schritt erhält die Gemeinde 189.345 Euro unter anderem zur Errichtung einer barrierefreien Rampe zur Niers am Friedensplatz.Die Förderquote beträgt 50 Prozent, so dass die Gemeinde den gleichen Beitrag zur Umsetzung beisteuert.

 

In den nächsten Jahren sollen zudem unter anderem die öffentlichen Wege und Flächen entlang der Graben- und Wallzone aufgewertet werden. Hier wird eine Nierspromenade entstehen. Insgesamt soll die Umsetzung aller Maßnahmen rund sechs Millionen Euro kosten, sodass die Gemeinde im Rahmen der Stadterneuerung eine Förderung von insgesamt rund drei Millionen Euro hat.

 

„Durch die vom Rat beschlossenen Maßnahmen wird der historische Ortskern Wachtendonk nicht nur verschönert, sondern auch weiter aufgewertet“, findet Bürgermeister Aengenendt.

 

INFO

Wissenswertes über Wachtendonks Ortskern

Unglücke Durch Stadtbrände 1618 und besonders 1708 wurden große Teile der Stadt (etwa 200 Gebäude) vernichtet.

 

Wahrzeichen Der Pulverturm ist das letzte erhaltene Bauwerk der früheren Stadtbefestigung. Haus Püllen ist vor 1634 erbaut worden und hat alle Katastrophen, Brände und Kriege überstanden.

 

Regelung Im Einvernehmen zwischen Stadt und Denkmalamt wurde 1989 die Denkmalbereichssatzung erlassen.